Jahresbericht 2005
Sektion Forensische Psychotherapie Leiter: Prof. Dr. med. Friedemann Pfäfflin
Aufgaben
Schwerpunkte der Krankenversorgung: Diagnostik und Psychotherapien für
- Sexual- und Gewaltstraftäter mit gerichtlicher Behandlungsauflage,
- Patienten mit Geschlechtsidentitätsstörungen und Transsexualität, die geschlechtsangleichende chirurgische Eingriffe, Vornamens- und Personenstandsänderung anstreben,
Lehre: Forensische Psychotherapie.
Forschung: Psychotherapieprozesse in forensischen Psychotherapien, Prognose-, Trauma- und Bindungsforschung.
Entwicklung 2005
Forschungsprojekte:
- "Developing Community Living Skills in Offender Groups: A Thematic Network Study". Die Datenerhebung für dieses von der Europäischen Kommission mit 939.168 Euro geförderten Projekts (Laufzeit 01.01.02-30.04.05) wurde fristgerecht abgeschlossen. Beteiligt waren Kliniker und Forscher aus Norwegen, Schottland, England, den Niederlanden und aus zehn Maßregelvollzugseinrichtungen in verschiedenen deutschen Bundesländern.
Es ging dabei um die Verbesserung der Entlassprognose für psychisch kranke Rechtsbrecher. Der Abschlussbericht sowie eine Reihe von Publikationen erster Ergebnisse wurden fertig gestellt. Der im Projekt erprobte BEST-Index, ein Evaluationsinstrument zur Einschätzung alltagspraktischen Fertigkeiten von Patienten, hat sich als sehr nützliches Hilfsmittel für die Therapieplanung und Verbesserung der Behandlungsaussichten psychisch kranker Rechtsbrecher erwiesen.
- "Implementation und Evaluation manualisierter psychodynamischer und kognitiv-behavioraler Psychotherapie im Maßregelvollzug". Das vom Land Nordrhein-Westfalen mit 158.357 Euro geförderten Projekts (Laufzeit 01.10.03-31.12.05) wurde fristgerecht abgeschlossen. Die beiden Therapiemethoden Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) nach Linehan und Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) nach Clarkin, Kernberg und Yeomans wurden vom Personal und den Patienten der beiden beteiligten Maßregelvollzugskliniken mit großem Gewinn aufgenommen und anderen Kliniken in NRW weiter empfohlen. Daraus ergab sich ein Anschlussprojekt:
- "Implementation Dialektisch Behavioraler Therapie im Westfälischen Zentrum für Fo-rensische Psychiatrie (WZFP) Lippstadt, Eickelborn", Fördersumme 79,385 Euro, Lauf-zeit 01.10.05-31.03.07.
- "Selbstregulation und Selbstkontrolle von Straftätern". Die Ergebnisse des von der Uni-versität Ulm mit 28.000 Euro geförderten Bausteinprojekts (P.821, Laufzeit 01.01.04-31.12.2004) wurden teilweise publiziert.
- "Attributionsstile und Kontrollüberzeugungen bei inhaftierten Aussiedlern". Das im Jahr 2005 mit 30.600 Euro von der Universität Ulm geförderte Bausteinprojekt P.876 erbrachte wichtige Ergebnisse, so es im Jahr 2006 mit erweiterter Fragestellung noch einmal mit 29.478 Euro gefördert wird.
- "Biographiekonstruktionen von Sexualstraftätern" (gefördert durch die Hildegard Baumgard Stiftung, Fördersumme 10.000 Euro, Laufzeit 01.06.2004-30.10.2006. Die Datenerhebung wurde abgeschlossen.
- "Autonomie und Abhängigkeit. Bindungsrepräsentationen und Mentalisierungsfähigkeit drogenabhängiger Frauen". Gefördert durch die Köhler-Stiftung mit 13.800 Euro, Laufzeit 20.4.05-31.3.07.
Weitere Informationen im Internet
http://sip.medizin.uni-ulm.de/forensische
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